Große Benchmark-Wetten können nach hinten losgehen. Strategien mit geringerem Risiko können echte Stockpicker-Fähigkeiten besser zur Geltung bringen.
Die Performancejagd durch Benchmarkabweichung ist seit Langem das Markenzeichen aktiver Manager. Aber es könnte Zeit für ein Umdenken sein. Unsere Analysen legen nahe, dass Anleger, die in Kernaktien (Core Stocks) investieren, erwägen sollten, die Kriterien für die Managerauswahl zu aktualisieren.
Aktive Aktienmanager stehen weiterhin auf dem Prüfstand. In konzentrierten Märkten ist es zunehmend schwieriger geworden, eine Outperformance zu erzielen, da Portfolios, die zu weit von den Indexgewichtungen der US-Mega-Caps abweichen, hohe Performanceeinbußen hinnehmen müssen. Die Mathematik des Benchmarkrisikos hat für Stockpicker hohe Hürden errichtet, um Alpha oder risikobereinigte Zusatzerträge gegenüber einem Index zu generieren. Volatile Stilrotationen haben zusätzliche Hindernisse für verlässliche Erträge geschaffen.
Der Wechsel zu passiven Anlagen ist die populäre Lösung. Doch trotz der Vorteile passiver Portfolios glauben wir, dass aktive Strategien bei Aktienallokationen nach wie vor eine Rolle spielen. Die heutige Herausforderung besteht darin, Manager zu identifizieren, die über echte aktive Vorteile verfügen und Anlegern helfen können, die in einem sich verändernden Umfeld nach ausgewogeneren Ertragsmustern suchen.
Ein hoher Tracking Error ist eine falsche Fährte
Dazu besteht der erste Schritt darin, einen kritischen Blick auf klassische Kennzahlen des aktiven Investierens zu werfen. Der Tracking Error (TE) steht an erster Stelle, da er weithin als Zeichen für aktive Anlagebemühungen gilt. Schließlich ist der TE vielleicht der einfachste Weg, um zu beurteilen, ob ein aktiver Manager wirklich seine Arbeit macht, indem er im Interesse der Kunden hart arbeitet, um unabhängig von einer Benchmark zu investieren.
Technisch definiert als die Standardabweichung der Zusatzerträge, misst der TE den aktiven Ertrag eines Portfolios abzüglich des Ertrags einer Benchmark. Mit anderen Worten, er beantwortet die Frage: „Wie eng folgt dieser Fonds seiner Benchmark?“
Die Antwort auf diese Frage ist wichtig, da Vermögensinhaber keine aktiven Verwaltungsgebühren für ein Portfolio zahlen möchten, das sich eng an die Benchmark anlehnt (wie es viele tun). Doch obwohl ein hoher TE theoretisch die Möglichkeit für eine Outperformance schafft, sagt dies nichts über die Fähigkeiten des Portfoliomanagers aus.
Eine Übung zur Auswahl aktiver Manager
Tatsächlich zeigen unsere Untersuchungen, dass Manager mit geringem relativem Risiko öfter Zusatzerträge erzielten. Ab 2013 sortierten wir Manager nach ihrem TE und betrachteten ihren relativen Ertrag für die kommenden drei Jahre. Wir wiederholten diesen Prozess bis 2024, um die Erträge von 12 Jahren zu erfassen. Dann wählten wir zufällig Core-Aktienmanager innerhalb verschiedener TE-Quintile aus und wiederholten den Prozess 100-mal. Im untersten TE-Quintil erzielten 68 % der Manager eine Outperformance (Abbildung). Im Gegensatz dazu übertrafen nur 9 % der Manager im höchsten TE-Quintil ihre Benchmarks. Zwar bedeutet das nicht, dass jeder Manager mit hohem TE unqualifiziert ist, es bedeutet jedoch, dass Anleger bei der Auswahl eines Managers nicht zu viel Wert auf den TE legen sollten.