Die Stilvolatilität hat ebenfalls die Performancehürden erhöht. Obwohl wir fest daran glauben, dass traditionelles stilbasiertes Investieren wie Wachstum und Substanz in der Vergangenheit langfristige Ertragsvorteile geboten hat, müssen Anleger auf dem Weg dorthin oft lange Phasen der Unterperformance verkraften. In den letzten 10 Jahren hat sich die Dispersion der Faktorindexerträge im Vergleich zu 2005–2015 deutlich ausgeweitet, was bedeutet, dass Anleger einen hohen Preis dafür zahlten, wenn sie zur falschen Zeit den falschen Stil wählten.
Kombination von fundamentalen Erkenntnissen und quantitativen Kontrollen
Wie können Anleger diese Herausforderungen also überwinden? Unserer Ansicht nach liegt der Schlüssel zur Konstanz darin, ein aktives Portfolio aufzubauen, das die Vorteile von breitem fundamentalem Research und quantitativen Tools vereint.
Dieser Ansatz basiert auf einer einfachen Philosophie. Erfahrene Fundamentalanalysten sind hervorragend darin, unterbewertete Wertpapiere zu identifizieren, die langfristig eine Outperformance erzielen können. Quantitative Risikokontrollen können helfen, das Portfoliorisiko zu managen und Faktorneigungen zu neutralisieren, was konstantere Ergebnisse unterstützt. Mit anderen Worten, diese Art von Strategie kann aktive Positionen mit hoher Überzeugung isolieren und gleichzeitig quantitative Werkzeuge einsetzen, um ein Portfolio zu optimieren und letztendlich die unberechenbaren Stiltrends zu überwinden, die ein Portfolio vom Kurs abbringen könnten.
Fundamentales Research: Unternehmensexpertise zählt nach wie vor
Das Stilrisiko fühlt sich heute besonders akut an. Das rasante Wachstum der Künstlichen Intelligenz hat sowohl die überdurchschnittlichen Erträge von Hyperskalierern und ähnlichen Titeln angetrieben als auch Unternehmen abgestraft, die als disruptionsgefährdet gelten, insbesondere im Bereich der Unternehmenssoftware. Erhöhte geopolitische Spannungen haben zu diesem Risikococktail ebenfalls beigetragen. Wir sind der Meinung, dass fundiertes Unternehmens-Research den Weg für differenzierte Positionen in breiteren Teilen des Marktes ebnen kann. Doch um die Aktienauswahl in einem Core-Aktienportfolio zu schärfen, bedarf es des Zugangs zu einem großen Pool an fundamentalem Research über das gesamte Stilspektrum hinweg.
Erfahrene Value-, Growth- und Core-Aktienmanager verfügen über Expertise in verschiedenen Anlagedisziplinen. Substanzanleger suchen nach unterschätzten Aktien von Unternehmen mit hochwertigen Geschäftsmodellen und Verbesserungsperspektiven, indem sie sich auf die Diskrepanz zwischen Fundamentaldaten und Bewertung konzentrieren. Wachstumsportfolios zielen auf beschleunigtes und profitables Wachstum ab, während Core-Aktieninvestoren nach stetigen Zinseszinseffekten suchen, die aus widerstandsfähigen langfristigen Cashflows resultieren. Die Nutzung von fundamentalem Research über Stile hinweg ermöglicht es einer Aktienstrategie, die Positionen mit der höchsten Überzeugung und ergänzenden Eigenschaften auszuwählen, die in wechselnden Faktorregimen für Ausgewogenheit sorgen können.
Quantitative Bausteine für die Portfoliokonstruktion
Doch die Erstellung einer Reihe fundamental attraktiver Positionen allein bietet keine angemessene Risikokontrolle. Quantitatives Research kann den Unterschied machen, indem es kritische Fragen adressiert.
Wie hoch sind die erwarteten Erträge für alle Portfoliokandidaten und -positionen? Wie diversifizieren sich am Markt beschaffte Wertpapiere gegenseitig? Wie können wir unbeabsichtigte oder unkompensierte Risiken im Portfolio begrenzen? Rechtfertigt das Risikobudget der Strategie Beschränkungen für spezifische Positionsgrößen?
Quantitative Modelle können diese Fragen beantworten und auf die Portfoliokonstruktion anwenden. Gut durchdachte quantitative Instrumente können dabei helfen, die Faktorexponierung zu begrenzen und die Erträge aus der Titelauswahl zu steigern, während die Gewichtungen kalibriert werden, um das Risiko breiter zu streuen. Das Modell kann so konzipiert werden, dass es die Positionsgrößen optimiert und ein gut strukturiertes Aktienportfolio schafft.
Ein stabileres Fundament für glattere Ertragsmuster
Dieser Rahmen unterstützt stetigere Anlageergebnisse auf drei Arten.
Erstens kann er ein Portfolio mit indexähnlichen Eigenschaften aufbauen. Das bedeutet, dass es keine großen Sektor-, Länder- oder Faktorausrichtungen gibt, die oft die Volatilität anheizen.
Zweitens ermöglicht die Begrenzung der Anfälligkeit eines Portfolios für diese Neigungen, dass die Aktienauswahl der primäre Ertragstreiber ist.
Drittens unterstützt diese Struktur insgesamt ein relativ moderates Zusatzertragsziel bei einem ähnlich moderaten Tracking Error. Anstatt nach den Sternen zu greifen, glauben wir, dass diese Art von Strategie die Benchmark übertreffen kann, ohne wilde Schwankungen zu erleiden, die das Vertrauen in turbulenten Märkten untergraben könnten. Tatsächlich deuten unsere Untersuchungen darauf hin, dass Kernaktienportfolios mit niedrigerem Tracking Error im Laufe der Zeit besser abgeschnitten haben (Abbildung).