Werden verbesserte Fundamentaldaten und beschleunigtes Gewinnwachstum nach einem starken Jahr für chinesische Aktien den Anlegern weitere Gewinne bescheren?
Im vergangenen Jahr erzielten chinesische Aktien - von Vielen unerwartet- eine starke Performance, gestützt durch sich verbessernde Fundamentaldaten der Unternehmen, steigende Gewinne und politische Reformen. China startet mit soliden Voraussetzungen für weitere Kursgewinne in das Jahr 2026, wenngleich es eines selektiven Ansatzes bedarf, um die nächste Phase der Erholung zu nutzen.
Offshore-China Aktien sowie „A-Aktien“ – Aktien chinesischer Festlandsunternehmen, die an zwei großen Börsen gehandelt werden – verzeichneten nach einer längeren Phase der Fehlerträge zwei aufeinanderfolgende Jahre mit zweistelligen Zuwächsen. Die breit angelegte Erholung erfasste unterschiedliche Bereiche der Wirtschaft. Im kommenden Jahr wird es unserer Ansicht nach in der Diskussion um China primär darum gehen, wie eine Allokation in China optimal gestaltet werden sollte.
Gewinne werden der entscheidende Treiber sein
Langfristig werden Aktienmarkterträge durch Gewinne bestimmt. Das erklärt, warum chinesische Aktien über weite Strecken des vergangenen Jahrzehnts unter Druck standen, als das Gewinnwachstum stagnierte. Ein Teil dieser Schwäche war zyklisch bedingt, doch es spielten auch strukturelle Faktoren eine Rolle. China durchläuft ein in Ostasien bekanntes Wachstumsmuster – exportgetriebene Expansion, steigender Wohlstand, ein Immobilienboom und anschließend eine Korrektur. Korea und Japan haben ähnliche Phasen erlebt. Solche Übergänge sind schmerzhaft, aber weder einzigartig noch dauerhaft.
Chinesische Aktien wurden zudem durch mangelnde Preisdurchsetzung, Deflation und Überkapazitäten belastet – ganz zu schweigen von einem hohen Emissionsvolumen, das das Gewinnwachstum je Aktie verwässerte. Erfreulicherweise für Anleger sind Dividenden und Aktienrückkäufe inzwischen verbreiteter, und die Nettoemission ist ins Negative gedreht. Es ist noch früh, aber die Richtung stimmt. Im Rahmen einer politischen Kurskorrektur hat China der „Involution“ Einhalt geboten – den drastischen Preissenkungen, die zuvor zur Ankurbelung des Verbraucherkonsums und des Wirtschaftswachstums eingesetzt wurden. Die Bekämpfung der Involution ist Teil von Chinas 15. Fünfjahresplan und aus unserer Sicht ein unterschätzter Markttreiber.
Insgesamt haben diese Veränderungen positive Effekte auf die Margen gehabt. Wir gehen davon aus, dass die Eigenkapitalrendite einen Wendepunkt erreicht haben könnte, wobei die Konsensschätzungen für das Gewinnwachstum je Aktie des breiten CSI 300 Index inzwischen über denen des S&P 500 und des MSCI EAFE liegen (Abbildung). Diese optimistischen Erwartungen stützen sich auf eine tatsächliche Erholung der Gewinne und nicht auf bloße Marktstimmung – ein deutlicher Unterschied zu den Vorjahren.