Diversifizierte Einkommensstrategien können widerstandsfähiger sein
Im Gegensatz zur Fokussierung auf die renditestärksten Segmente bietet ein diversifizierter Ansatz die Möglichkeit, attraktive Erträge zu erzielen, ohne sich auf die risikoreichsten Unternehmensanleihen zu konzentrieren oder den Kapitalwert zu belasten. Der Beleg? Im Jahr 2025 erzielte eine globale Multi-Asset-Einkommensstrategie, die Aktien, Hochzinsanleihen und Staatsanleihen kombinierte, einen Ertrag von 13 % – und übertraf damit sowohl Hochzins- als auch Investment-Grade-Anleihen bei einer Umlaufrendite von nahezu 4 %.
Diversifizierte Ansätze können zudem verdeckte Anfälligkeiten mindern, die größere Verluste wahrscheinlicher machen, und so Rückschläge vermeiden helfen, von denen sich Portfolios nur schwer erholen.
Ein eindrucksvolles Beispiel war der Marktcrash aufgrund von COVID-19 Anfang 2020. Die meisten traditionellen Anlageklassen verzeichneten starke Rückgänge, doch viele renditestarke Segmente schnitten noch schlechter ab. So blieben dividendenorientierte Aktienindizes hinter dem breiten Markt zurück, insbesondere in der Erholungsphase, obwohl Dividendenwerte häufig als defensive Substanztitel gelten, die Baissen besser überstehen können. Die besondere Art dieses Schocks traf jedoch gerade die renditestärksten Aktien am härtesten: Viele Unternehmen aus den Bereichen Energie, Immobilien und anderen Hochdividenden-Sektoren sahen sich mit Dividendenkürzungen oder massiven Kursverlusten konfrontiert, deutlich stärker als der Gesamtmarkt. Im festverzinslichen Bereich standen Anleihen mit niedrigerem Rating, wie Hochzinsanleihen, unter ähnlichem Liquiditätsdruck und verzeichneten starke Kursrückgänge, während höher bewertete Anleihen von einer Flucht in Qualität profitierten.
Kurz gesagt: Anleger, die durch eine stärkere Gewichtung der ausschüttungsstärksten Segmente im Anleihemarkt oder von Hochdividendenaktien nach höherem Einkommen strebten, mussten größere Kursverluste hinnehmen als bei einer ausgewogeneren Allokation. Zudem erholten sich Portfolios, die mit Qualitätsanleihen und breit gestreuten Aktien – einschließlich Qualitäts- und Wachstumswerten – ausbalanciert waren, schneller.
Ertrag mit Wachstum, Qualität und Liquidität in Einklang bringen
Wir halten es für entscheidend, dass einkommensorientierte Anleger nicht übermäßig nach Einkommen streben und sicherstellen, dass ihre Portfolios neben Wachstumspotenzial auch ausreichend Qualität und Liquidität enthalten.
Im Hinblick auf Qualität sollte eine Dividendenstrategie Faktoren wie Profitabilität und Nachhaltigkeit der Dividende berücksichtigen. So lassen sich „Dividendenfallen“ vermeiden – Unternehmen mit attraktiven Renditen, deren Geschäftsmodelle sich jedoch verschlechtern. Research zeigte, dass die renditestärksten Aktien häufig eine geringere Profitabilität und höhere Verschuldung aufweisen; Dividendenstrategien, die Einkommen mit Qualitätskennzahlen kombinieren, erzielen zwar leicht niedrigere Umlaufrenditen, bieten jedoch verlässlichere Einkommensströme. Fazit? Bevorzugen Sie eine moderate Rendite eines soliden Schuldners gegenüber einer sehr hohen Rendite eines unsicheren Emittenten.
Auch Liquidität ist entscheidend. Das bedeutet, das Engagement in wenig gehandelten Wertpapieren oder in solchen, die in Krisenzeiten illiquide werden können, zu begrenzen. Die Suche nach möglichst hohen Ausschüttungen führt Anleger häufig in weniger liquide Marktsegmente, und Illiquidität kann Verluste verstärken, wenn Anleger in Stressphasen gleichzeitig verkaufen wollen. Unserer Ansicht nach wahrt ein ausgewogenes Multi-Asset-Einkommensportfolio ein Gleichgewicht – es generiert Einkommen aus unterschiedlichen Quellen, begrenzt jedoch das Gesamtrisiko durch die Beimischung hochwertiger Anleihen, robuster Aktien und Liquiditätsreserven.
Das große Ganze: Effizienz zahlt sich beim Income Investing aus
Eine übermäßige Fokussierung auf besonders ausschüttungsstarke Anlagen kann sich als kontraproduktiv erweisen, sobald das Risiko berücksichtigt wird. Daten zeigen, dass ein diversifizierter, qualitätsorientierter Ansatz vergleichbares Einkommen bei robusteren Eigenschaften und besserem Gesamtertragspotenzial liefern kann. Es ist ein klassisches Beispiel dafür, nicht alles auf eine einzige Hocheinkommena-Strategie zu setzen. In dem heutigen volatilen Anlageumfeld sollten Anleger bedenken, dass die Umlaufrendite nur ein Bestandteil des Gesamtertrags ist – und dass eine unreflektierte Jagd nach Rendite das eigentliche Ziel eines stabilen Einkommensstroms untergraben kann.