Wenn die Anleihenmärkte eine große Streuung der Spreads aufweisen, sollten Sie einen systematischen Ansatz zur Alphaerzielung in Betracht ziehen.
Die heutigen Anleihenmärkte wirken träge, doch das Bild trügt: zwar sind die durchschnittlichen Spreads eng, die Streuung zwischen den Emittenten jedoch ungewöhnlich groß. Diese Kombination verändert die Ertragsquellen Die Lektion für Anleger? Passen Sie sich an die vorherrschenden Marktbedingungen an: Wenn das Beta knapp wird, ist es an der Zeit, sich auf das Alpha aus der Titelselektion zu konzentrieren. In diesem Umfeld können systematische Ansätze ihre Stärken am besten ausspielen.
Anleihenmärkte deuten auf eine Verschiebung der Ertragstreiber hin
Derzeit sehen wir, dass sich die Bandbreite der wahrscheinlichen wirtschaftlichen Ergebnisse weltweit verengt und die Renditeaufschläge (Spreads) eng bleiben. Obwohl das Umfeld für die Anleihenmärkte nach wie vor ermutigend aussieht, ist unserer Meinung nach jetzt nicht der richtige Zeitpunkt, um mit großen Wetten Alpha zu erzielen.
Gleichzeitig führen mehrere Faktoren zu einer größeren Streuung der Spreads und machen die Auswahl einzelner Papiere wichtiger – insbesondere in Sektoren, die von der Wettbewerbsverdrängung durch KI, Cash-Burn oder Ressourcenbedarf betroffen sind. Deshalb gehen wir davon aus, dass die Streuung der Emittentenerträge in allen Sektoren wahrscheinlich zunehmen wird, was eine günstige Gelegenheit zur Alphaerzielung urch Titelselektion schafft.
Wir sind der Meinung, dass diese Chancen am besten durch eine Anlagestrategie genutzt werden können, die sich auf die fundamentale Wertpapierauswahl konzentriert – wie z. B. Systematische Anleihenstrategien. Da ein systematischer Ansatz auf unterschiedlichen Performance-Treibern beruht, generiert er in der Regel Ertragsströme, die traditionelle Anleihenstrategien ergänzen, was ihn zu einem guten Diversifikator für Anleiheportfolios macht. Aber in einem Markt, der von der Wertpapierauswahl geprägt ist, können systematische Strategien ihre Stärken voll ausspielen.
Genauer hinsehen, um verborgene Chancen zu entdecken
Auf der Beta-Ebene sind die durchschnittlichen Spreads wichtig, um festzustellen, wie gut die Risiken am Anleihemarkt kompensiert werden. Aber in Bezug auf das potenzielle Alpha aus der Wertpapierauswahl ist der Spread allein nicht aussagekräftig.
Mitte 2014 beispielsweise waren die Spreads für US-Hochzinsanleihen eng um ihren Mittelwert gruppiert; heute hingegen sind die Emittentenspreads weit gestreut – obwohl die durchschnittlichen Spreads in beiden Zeiträumen ähnlich waren (Abbildung).