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Market Matters

Kann KI die Herausforderungen durch den demografischen Wandel und andere Megatrends bewältigen?

29 April 2026
Lesezeit: 8 Minuten
Inigo Fraser Jenkins
Inigo Fraser Jenkins Chief Investment Strategist
Alla Harmsworth
Alla Harmsworth Head of Strategic Asset Allocation

Es ist eine der großen Fragen zum Thema Künstliche Intelligenz: Wird sie uns Produktivitätsgewinne ermöglichen, die groß genug sind, um Wachstumsdämpfer wie eine schrumpfende Erwerbsbevölkerung auszugleichen? Wir gehen dieser Frage nach und untersuchen, wie sich dies auf die Ausnahmestellung der USA auswirken könnte.

Wie stark kann Künstliche Intelligenz (KI) die Produktivität ankurbeln? Und werden diese Produktivitätsgewinne hoch genug ausfallen, um wachstumshemmenden Faktoren wie der schrumpfenden Erwerbsbevölkerung und den Auswirkungen des Klimawandels entgegenzuwirken? Die Antwort darauf könnte einen enormen Einfluss auf das Wirtschaftswachstum, die Arbeitsmodelle der Zukunft und die Ausnahmestellung der USA haben.

Nach unserer Einschätzung und unseren Analysen ist davon auszugehen, dass mit deutlicheren Produktivitätsgewinnen durch KI auch eine größere Zahl an Arbeitsplätzen verloren gehen würde.

Dabei scheint der Dienstleistungssektor den Folgen der KI-Automatisierung stärker ausgesetzt zu sein als das verarbeitende Gewerbe. Anders als bei früheren Innovationszyklen sind dieses Mal verstärkt Büroangestellte betroffen.

Unsere Schlussfolgerungen sprechen weiterhin für eine Ausnahmestellung der USA und eine Übergewichtung von US-Aktien. Aufgrund der Bedenken über die Tragfähigkeit der US-Staatsschulden wird die globale Bedeutung des Dollars jedoch abnehmen.

Wie stark könnte KI die Produktivität ankurbeln?

Das ist eine gute Frage, die intensiv diskutiert wird und zu einem Blick in die Vergangenheit einlädt.

Es sind bereits unzählige Untersuchungen durchgeführt worden, um einzuschätzen, in welchem Maße die Produktivität dank KI gesteigert werden kann (vgl. Abbildung). Das tatsächliche Ausmaß wird von zahlreichen Faktoren abhängen – einschließlich der Frage, wie stark einzelne Aufgaben, Berufsgruppen und Branchen dem Wandel durch KI ausgesetzt sein werden. Die Frage, wie umfassend sich KI verbreiten wird, spielt ebenfalls eine große Rolle.

Grob umrissen lässt sich sagen, dass die Industrielle Revolution im 19. Jahrhundert und die daraus resultierenden Erfindungen den Wachstumstrend (gemessen am Bruttoinlandsprodukt) um beachtliche 0,8 Prozent pro Kopf und Jahr beflügelt haben. Prognosen, die einen höheren Wert versprechen, sind unseres Erachtens mit Vorsicht zu genießen.

Unterschiedliche Einschätzungen zum Gesamtpotenzial von Produktivitätssteigerungen durch KI

Prognostizierte Steigerung der jährlichen Arbeitsproduktivität durch KI über einen Zeitraum von 10 Jahren (Prozent)

Aktuelle Analysen sind keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.

IWF: Internationaler Währungsfonds; OECD: Organisation for Economic Co-operation and Development (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung). Wenn das Hauptergebnis aus der jeweiligen Quelle eine Reihe von Schätzungen umfasst, sind die Höchst- und Tiefstwerte durch getönte Bereiche gekennzeichnet. In Untersuchungen, in denen sich die Prognosen auf die Gesamtfaktorproduktivität beziehen, wurden die prognostizierten Arbeitsproduktivitätssteigerungen unter Annahme eines standardmäßigen langfristigen Multiplikators von 1,5 für die Anpassung des Kapitalbestands ermittelt (Acemoglu 2024, Aghion und Bunel 2024, Bergeaud 2024 und OECD). Die Schätzungen beziehen sich auf die in Klammern angegebenen Länder oder Regionen.

Stand: 8. Dezember 2024

Quelle: https://cepr.org/voxeu/columns/miracle-or-myth-assessing-macroeconomic-productivity-gains-artificial-intelligence und AllianceBernstein (AB)

Der Durchbruch der KI erfolgt nicht in einem Vakuum

Die zukünftigen Auswirkungen von KI auf das Wirtschaftswachstum sind eng verbunden mit einer Reihe globaler Megatrends, die ihrerseits für Abwärtsdruck sorgen.

Einige dieser möglichen Wachstumsdämpfer – wie etwa der Rückgang der Erwerbsbevölkerung – sind einfacher vorherzusagen. Ein Positivszenario bestünde unserer Ansicht nach darin, dass die Einwanderung in die USA im Vergleich zu den letzten Jahren beinahe stabil bleiben wird, was ein leichtes Bevölkerungswachstum zur Folge hätte. Eine maximal restriktive Einwanderungspolitik würde für stärkere Belastung sorgen und das Wachstum leicht bremsen. Die USA könnten sich in diesem Fall aber dennoch besser entwickeln als die übrigen Industrieländer und China.

Andere Megatrends wie der Klimawandel sind schwieriger vorherzusehen. So dürfte das globale Netto-Null-Emissionsziel für das Jahr 2050 wohl nicht erreicht werden. Wie genau sich dies auf das Wirtschaftswachstum auswirken wird, ist stark umstritten. Allgemeine Einigkeit besteht lediglich dahingehend, dass die Folgen negativ wären.

Das Zusammenspiel dieser Faktoren – einschließlich KI – wird auch Einfluss auf die inflationsbereinigten Unternehmensgewinne nehmen. Dasselbe gilt für den Anteil der Gewinne am BIP, der sich zugunsten von US-Unternehmen verschiebt. Wenn die Unternehmen darüber entscheiden, wie KI entwickelt und verbreitet wird, könnte ihr Anteil sogar noch stärker steigen. In anderen Teilen der Welt zeigt sich der Gewinnanteil stabiler, weshalb wir davon ausgehen, dass er konstant bleiben wird.

Wir können das Thema auch aus umgekehrter Perspektive betrachten und untersuchen, wie stark die Steigerung durch KI ausfallen müsste, um die Wachstumsdämpfer vollständig auszugleichen. Wenn die realen Gewinne und das BIP-Wachstum in den Industrieländern durch diese Einflussfaktoren über einen Zeitraum von zehn Jahren um 1,1 Prozent pro Jahr geschmälert werden, dann müsste der KI-bedingte Produktivitätszuwachs im Basisszenario am oberen Ende der historischen Spannen liegen. Das halten wir nicht für eine optimistische Annahme.

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Indem wir abschätzen, welcher prozentuale Anteil der Aufgaben in bestimmten Tätigkeitsfeldern von der Automatisierung durch KI betroffen ist, können wir auch das Gesamtexponierung aller Branchen abschätzen.

Könnten die Produktivitätsgewinne durch KI umfangreiche Stellenverluste nach sich ziehen?

Die Antwort auf diese Frage ist stark davon abhängig, welche Branche man betrachtet.

Kurzfristige Produktivitätsgewinne durch KI dürften sich durch die Verdrängung von Arbeitskräften oder durch die Erhöhung der Produktivität bei bestehenden Tätigkeiten ergeben. Neue KI-bezogene Arbeitsstellen würden erst später entstehen. Allgemein lässt sich sagen, dass die künftigen Arbeitsplatzkosten höher ausfallen, je stärker die Produktivität gesteigert wird.

Finanzdienstleistungen scheinen besonders stark von der KI-Automatisierung betroffen zu sein, das Bauwesen und die Landwirtschaft dagegen am wenigsten (vgl. Abbildung). Das Ausmaß des Wandels ist stark von der künftigen Verbreitung von KI und den wegfallenden Arbeitsplätzen abhängig. Bürotätigkeiten sind am stärksten betroffen. Da alles darauf hindeutet, dass die Entscheidungen zum Thema KI weitgehend durch die Unternehmen getroffen werden, dürftenvoraussichtlich auch sie die größten wirtschaftlichen Vorteile daraus ziehen – nicht die Beschäftigten.

Exponierung gegenüber KI-Automatisierung variiert stark nach Sektor

Exponierung gegenüber Automatisierung durch große Sprachmodelle nach Sektor

Die aktuelle Analyse stellt keine Garantie für zukünftige Ergebnisse dar.

Die Exponierung ist nach dem Wertschöpfungsanteil der Branche gewichtet. Die Daten zur Automatisierung auf Tätigkeitsebene stammen von Daron Acemoglu. Die Daten zur Wertschöpfung stammen aus den Input-Output-Tabellen des Bureau of Economic Analysis (BEA).

Stand: 12. Mai 2024

Quelle: BEA; Daron Acemoglu, „The Simple Macroeconomics of AI“, Economic Policy 40, no. 121 (Januar 2025): 13-58, https://doi.org/10.1093/epolic/eiae042; und AB

KI und die Ausnahmestellung der USA

Die Argumente hierfür haben unseres Erachtens weiterhin Bestand – die wachsende Verschuldung der USA stellt jedoch ein Problem dar.

Wir haben erklärt, dass die USA unserer Ansicht nach im Hinblick auf das Wachstum (und die Aktienerträge) eine Ausnahmestellung einnehmen. Ein breites Spektrum an möglichen Szenarien für die Zukunft untermauert diese Erwartung. Andernorts würde eine rasche Verbreitung von KI ein „weniger schlechtes“ Szenario infolge von Wachstumsdämpfern ausgleichen. Das reale Wachstum könnte sich demzufolge letztlich auf null belaufen. Unternehmen außerhalb der USA sind jedoch weniger effektiv darin, sich Technologie zunutze zu machen. Außerdem weisen andere große Volkswirtschaften nicht dasselbe Maß an Energiesicherheit auf.

Die USA leiden ihrerseits wiederum unter einer schnelleren Verschlechterung der Haushaltsbilanz. Damit die USA dieses Problem allein durch Wachstum lösen können, wäre ein beträchtlicher KI-bedingter Produktivitätsschub erforderlich. Somit ist eher mit einer steigenden Inflation oder mit finanzieller Repression zu rechnen. Als Folge dürfte der US-Dollar unseres Erachtens weiter an Attraktivität verlieren.

Produktivitätsgewinne durch KI aus Sektorperspektive

Die Produktivitätssteigerungen durch den Einsatz von KI dürften durch die regionalen Unterschiede beim Einsatz der Technologie beeinflusst werden.

Unserer Ansicht nach sind die USA besser aufgestellt als andere Länder, um von KI zu profitieren – unabhängig von den tatsächlichen Produktivitätsgewinnen. Ein Grund hierfür ist die Zusammensetzung der amerikanischen Wirtschaft. Vereinfacht ausgedrückt sind die USA aufgrund der dortigen Verteilung der Arbeitsplätze empfänglicher für den KI-Wandel.

So sind wissensintensive und dienstleistungsbasierte Sektoren der KI-Automatisierung am stärksten ausgesetzt, und die USA weisen mit beinahe 80 Prozent der Gesamtbeschäftigung den größten Anteil an Dienstleistungsbeschäftigten auf (vgl. Abbildung). In Europa und China liegt dieser Wert mit rund 70 Prozent bzw. lediglich 46 Prozent deutlich niedriger.

USA dürften aufgrund des umfangreichen Dienstleistungssektors am stärksten von KI profitieren

Anteil der Beschäftigung im Dienstleistungssektor gegenüber dem verarbeitenden Gewerbe (Prozent)

Die aktuelle Analyse stellt keine Garantie für zukünftige Ergebnisse dar.

Stand: 31. Dezember 2023

Quelle: Weltbank und AB

Zusammenfassung

Die optimistischeren Szenarien für Produktivitätssteigerungen durch KI könnten dem Abwärtsdruck entgegenwirken, der auf dem US-Wachstum lastet. Die Argumente für die Ausnahmestellung der USA und eine Übergewichtung von US-Aktien würden demnach weiterhin Bestand haben. Auf der anderen Seite dürfte sich eine stärkere Verbreitung von KI aber negativ auf das künftige Stellenwachstum auswirken, und die Bedenken über die Staatsverschuldung könnten den Status des Dollars schwächen.

Inigo Fraser Jenkins
Inigo Fraser Jenkins Investment Strategist
Alla Harmsworth
Alla Harmsworth Investment Strategist

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