2025 war ein außergewöhnlich starkes Jahr für Anleihen. Wir gehen davon aus, dass sich dies 2026 fortsetzen wird.
Der Anleihenmarkt startet 2026 aus einer Position der Stärke. Die Erträge waren 2025 über alle Sektoren hinweg solide und wurden durch nachlassendes Wachstum, sinkende Inflation und geldpolitische Lockerungen durch die meisten großen Zentralbanken gestützt. Die Themen, die unseren konstruktiven Ausblick vor einem Jahr geprägt haben – höhere Ausgangsrenditen, verlangsamtes globales Wachstum und ein breites Spektrum an Chancen sowohl in den Zins- als auch in den Kreditmärkten – bestimmen auch mit Blick auf 2026 weiterhin das Marktumfeld.
Gedämpftes globales Wachstum, anhaltende Friktionen
2025 verlangsamte sich die Weltwirtschaft, sie zeigte sich jedoch widerstandsfähig gegenüber erheblichen Schocks. Für 2026 erwarten wir, dass das globale Wachstum unter seinem langfristigen Durchschnitt bleibt.
Unserer Ansicht nach hat sich die Bandbreite möglicher Entwicklungen verengt: Die Wahrscheinlichkeit eines starken Abschwungs erscheint geringer als noch vor einem Jahr, ebenso wie das Risiko eines überproportionalen Inflationsanstiegs. Unterhalb dieses gedämpften Basisszenarios bestehen jedoch weiterhin Friktionen – insbesondere im Zusammenhang mit Handelsströmen, Zöllen und künstlicher Intelligenz (KI) – die episodische Volatilität auslösen und zu zunehmend divergierenden regionalen Zyklen führen könnten.
Wir erwarten für die USA im Jahr 2026 ein BIP-Wachstum von rund 1,75 %, wobei sich die Dynamik in der zweiten Jahreshälfte verstärken dürfte, da sich Unternehmen an das Zollregime von 2025 anpassen. Aber die Expansion dürfte ungleichmäßig verlaufen: KI-getriebene Investitionen steigern Gewinne und Finanzmärkte für höhere Einkommensgruppen, während ein schwächerer Arbeitsmarkt jene ohne Vermögenswerte belastet und den Anteil der obersten 10% am Konsum weiter erhöht. Eine vertiefte technologische Durchdringung dürfte unserer Ansicht nach dazu beitragen, die Inflation in Richtung des Zielwerts der US-Notenbank zu lenken und den Weg für weitere Zinssenkungen zu ebnen.
Außerhalb der USA dürfte die Anpassung an das neue Zollregime weiterhin ein beherrschendes Thema bleiben. Die chinesische Wirtschaft verlangsamt sich, da die Bevölkerung altert und Handelsbeschränkungen zunehmen. Um das Wachstum zu stützen, hat China Exporte von den USA in andere Länder umgelenkt. Doch die chinesische Wirtschaft steht vor einer noch größeren Herausforderung: eine schwache Binnennachfrage erzeugt deflationären Druck, dem Peking mit gezielten Maßnahmen gegen ruinösen Wettbewerb begegnen will.
Trotz Zolldrohungen hat der Euroraum Anzeichen von Widerstandsfähigkeit gezeigt. Allerdings deuten eine schwächere private Nachfrage und nachlassender Preisdruck aus unserer Sicht darauf hin, dass die Europäische Zentralbank – entgegen den Markterwartungen – 2026 Spielraum haben könnte, die Zinsen weiter zu senken. Unterdessen erwarten wir, dass das Wachstum im Vereinigten Königreich kurzfristig weiterhin enttäuschend ausfällt. Da die Inflation 2026 voraussichtlich rasch nachlassen wird, sehen wir Spielraum für mehrere Zinssenkungen durch die Bank of England in den kommenden Quartalen.
Sieben Strategien zur Umsetzung
Berücksichtigen Sie diese Ansätze, um das Fundament Ihres Anleihenportfolios zu stärken, Volatilität abzufedern und neue Chancen zu nutzen, sobald sie entstehen: