Wie können Aktienanleger das Potenzial des thematischen Investierens nutzen?
Unserer Ansicht nach sollten Anleger, die das Potenzial der Disruption durch thematisches Investieren nutzen möchten, eine dreigleisige Strategie verfolgen:
1. Einen multithematischen Ansatz mit Fokus auf nachhaltiges Gewinnwachstum verfolgen
• Ein multithematischer Ansatz kann dabei helfen, eine breitere Palette von Ertragsquellen zu erschließen und gleichzeitig das Konzentrationsrisiko zu verringern. Disruptive Innovationen finden in allen Sektoren statt, und es gibt reichlich Chancen jenseits von Hyperskalierern und Chipherstellern.
2. Ziehen Sie aktives Management in Betracht
• Aktives thematisches Management kann Themen mit hoher Überzeugung identifizieren, etablierte Marktführer mit aufstrebenden Innovatoren ausbalancieren und sowohl Bewertungs- als auch Konzentrationsrisiken steuern.
• Das Ziel ist nicht einfach, dem Wandel hinterherzujagen, sondern Disruption in eine durchdachtere und widerstandsfähigere Aktienallokation umzuwandeln. Wir glauben, dass dies durch die Beobachtung von Gewinnrevisionen erreicht werden kann, da die besten Anlagen tendenziell Aktien mit unterschätztem Wachstumspotenzial sind. Ebenso müssen Anleger genau auf Geschäftsmodelle achten, um festzustellen, ob eine angesagte Aktie nur ein flüchtiger Trend oder Teil eines größeren strukturellen Wandels ist. Ein langfristiger Wettbewerbsburggraben sowie eine verteidigbare Preissetzungsmacht und Gewinne sind zentrale Aspekte.
3. Vermeiden Sie eine übermäßige Abhängigkeit von traditioneller Defensivität
• Selbst Geschäftsmodelle, die lange als defensiv galten, können disruptiert werden – manchmal sehr schnell.
• Das spricht dafür, „sichere“ Marktbereiche aus einer zukunftsorientierten Perspektive neu zu bewerten, anstatt sich auf historische Bezeichnungen zu verlassen.
Warum Benchmarks künftige Marktführer übersehen könnten
Unserer Ansicht nach könnten Anleger, die hoffen, Disruptoren vor ihrem Durchbruch zu erkennen, von benchmarknahen passiven Strategien enttäuscht werden.
In Zeiten des Umbruchs verpassen Strategien, die Benchmark-Indizes abbilden, oft zukünftige Innovatoren. Das liegt daran, dass viele dieser Indizes rückwärtsgerichtet sind – sie werden anhand historischer Daten konstruiert. In der Regel werden Unternehmen, die bereits im Wert gestiegen sind, im Index höher gewichtet, während solche, die schlechter abgeschnitten haben, geringer gewichtet werden. Infolgedessen versäumt es eine rückwärtsgerichtete Strategie, künftige Disruptionen am Wendepunkt zu berücksichtigen. Wir sind davon überzeugt, dass ein aktiver, thematischer Ansatz besser geeignet ist, um die innovativsten Unternehmen zu identifizieren, lange bevor sie in passiven Benchmarks abgebildet werden.
In einem von Disruptoren dominierten Markt können es sich Anleger kaum leisten, sich auf die Gewinner von gestern zu verlassen. Die nächsten Marktführer können aus vielen Ecken des Marktes hervorgehen, aber sie zu finden, erfordert einen fundamentalen, research-getriebenen Ansatz. Für Anleger, die bereit sind, über Benchmarks hinauszublicken, kann thematisches Investieren ein wirkungsvoller Weg sein, um in einer Ära des Wandels dauerhaftes Wachstum zu erzielen.