Für Vermögenseigner deutet das darauf hin, dass aktives Risiko am besten selektiv eingesetzt wird, anstatt es gleichmäßig über die Aktienallokationen zu verteilen. Unserer Meinung nach sollten Anleger in Märkten, in denen Kompetenz spürbar mit besseren Portfolioergebnissen belohnt wird, verstärkt auf aktives Management setzen.
Bedeutet das, dass man bei US-amerikanischen und globalen Aktien, die für viele Vermögenseigner zu den Standardallokationen gehören, aktives Management vermeiden sollte? Nicht unbedingt. Es gibt zahlreiche Belege dafür, dass aktive Anlagestrategien auf US-amerikanischen und globalen Märkten langfristig Ergebnisse erzielen können, und es gibt effektive Wege, um für unterschiedliche Risikoneigungen Zugang zu diesen Märkten zu erhalten. Darüber hinaus kehren Phasen der Fehlerträge oft zum Mittelwert zurück und werden von starken relativen Erträgen abgelöst, wie die jüngste Erholung von Substanz- und Schwellenmärkten zeigt.
Lektionen zur Risikobereitschaft anwenden
Eine der deutlichsten Lehren der letzten Jahre ist, dass die Art und Weise, wie Risiko eingegangen wird, genauso wichtig ist wie die Höhe des eingegangenen Risikos. In konzentrierten Märkten wurde die Abweichung von einer Benchmark – das Markenzeichen des aktiven Investierens – risikobehaftet. Deshalb wurden Strategien mit hohem Tracking Error nicht durchgängig belohnt, während kontrolliertere Ansätze oft vorhersehbarere Ergebnisse geliefert haben.
Infolgedessen sollten Vermögenseigner aktive Risikobudgets genauer prüfen, indem sie die folgenden Fragen stellen:
- Was sind mein Zeithorizont und meine Risikotoleranz?
- Entspricht die Quelle des aktiven Risikos meinen erklärten Ergebniszielen?
- Habe ich mein Kapital auf spezifische Ergebnisse und differenzierte Ansätze verteilt?
- Wie habe ich die Höhe meiner Allokation angepasst, um die Bandbreite der Risiken für die Ergebnisse widerzuspiegeln?
Die Antworten auf diese Fragen können Anlegern helfen, die für ihre Ziele am besten geeigneten Strategien zu finden.
Strategien mit geringerem Tracking Error und klaren Alpha-Zielen können für Resilienz sorgen, insbesondere in konzentrierten Märkten. Derlei Strategien können für Anleger mit kürzeren Anlagehorizonten wertvoll sein, da sie oft stabilere Ergebnisse liefern, wenn Stil- und Faktorerträge schwanken.
Hochaktive Strategien (High Conviation) spielen in der Allokation nach wie vor eine Rolle, insbesondere für Anleger mit höherer Risikotoleranz und längerem Anlagehorizont. Es ist wahr, dass einige Portfolios mit höherem Tracking Error, die auf Style-Investing-Philosophien basieren, in konzentrierten Märkten zu kämpfen hatten. Dennoch sind wir der Ansicht, dass fähige Manager im Laufe der Zeit weiterhin in der Lage sind, Alpha zu erzielen, wie wir bei der jüngsten starken Erholung von Substanz-Aktienstrategien gesehen haben. Allerdings müssen Vermögenseigner sorgfältig abwägen, wie diese Art von Strategien in ihre langfristigen Allokationen passen. Portfoliokonstruktion, Risikomanagement und die Anpassungsfähigkeit einer Strategie werden den zukünftigen aktiven Erfolg in einer veränderten Marktlandschaft neu definieren.
Die Rolle eines industriellen Performance-Systems
Das weist auch auf eine umfassendere Lektion für Vermögenseigentümer hin: In komplexeren Märkten hängt der langfristige Erfolg nicht nur von Überzeugungen oder Stil-Exposures ab, sondern davon, wie konsequent Erkenntnisse in Portfolioentscheidungen umgesetzt werden. Dadurch entsteht ein größer Fokus auf integrierte Anlagesysteme – Prozesse, die Research, Risikomanagement und Portfoliokonstruktion auf disziplinierte, wiederholbare Weise kombinieren.
1. Klar definierte Standards für exzellentes Research
Fundiertes Research erfordert klare Standpunkte und eine explizite Risikodarstellung, die artikulieren sollte, was wichtig ist, warum es wichtig ist und was die These entkräften würde. Und wenn Benchmarks von einer kleinen Anzahl von Aktien dominiert werden, können Untergewichtungen genauso folgenreich sein wie Übergewichtungen. Effektives Risikomanagement muss beides symmetrisch behandeln.
2. Integration von fundamentalen, quantitativen und KI-gestützten Erkenntnissen
Anlageprozesse, die rein fundamental oder rein quantitativ sind, können zu eng gefasst sein. Quantitative Tools können die Risikokontrolle, Signalvalidierung und Portfoliokonstruktion verbessern, während die Fundamentalanalyse Kontext, Urteilsvermögen und Überzeugung liefert. KI schärft beide Dimensionen, indem sie die Research-Effizienz steigert und die analytische Bandbreite erweitert.
3. Kontinuierliche Verbesserung, angetrieben durch Daten- und Entscheidungsanalysen
Märkte entwickeln sich weiter und das müssen auch Anlageprozesse. Die datengesteuerte Bewertung von Entscheidungen, Positionsgrößen und Timing hilft dabei, Können von Rauschen zu unterscheiden, und ermöglicht es Teams, zyklusübergreifend systematisch aus Ergebnissen zu lernen.
Für Vermögenseigner ist die Beurteilung, ob Manager diese Fähigkeiten institutionalisiert haben, genauso wichtig wie die Überprüfung der jüngsten Performance. Robuste Systeme erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass die Performance wiederholt und bei sich ändernden Marktbedingungen angepasst werden kann.
Im heutigen Umfeld sollten Vermögenseigner bei der Allokation in aktive Aktien mehrere Leitprinzipien berücksichtigen: