Die Folgeeffekte höherer Energiepreise für Verbraucher
Die US-Haushalte beginnen, den Druck höherer Preisniveaus zu spüren, und die Risiken eines langsameren Wirtschaftswachstums nehmen zu. Jeder Dollar, den eine Familie in ihren Bezintank pumpt, ist ein Dollar, der nicht für etwas mit einem höheren Multiplikatoreffekt auf die restliche US-Wirtschaft ausgegeben wird. Ein Kauf mit diesem größeren Welleneffekt, sei es ein Restaurantbesuch oder ein Heimwerkerprojekt, trägt dazu bei, die wirtschaftliche Aktivität zu verstärken.
Da die Inflation die Kaufkraft des Einkommens aushöhlt, könnten viele Haushalte in den kommenden Monaten das Bedürfnis verspüren, ihre Ausgaben zurückzuschrauben. Wir erwarten keinen Rückgang, der stark genug ist, um eine Rezession auszulösen, aber der Verbraucher ist nach wie vor der mit Abstand größte Motor der US-Wirtschaft – und macht etwa 70 % der Gesamtaktivität aus. Wenn der Verbraucher schwächelt, wird auch die Gesamtwirtschaft schwächeln.
Die Benzinpreise sind die Hauptursache für die höhere Inflation, aber steigende Energiepreise haben noch weitreichendere Auswirkungen. Die Benzinpreise sind in diesem Jahr bisher um etwa 50 % gestiegen und nähern sich einem Niveau, das zuletzt beim Inflationsschub nach der Pandemie erreicht wurde. „Zweitrundeneffekte“ machen jedoch etwa Flugtickets teurer und erhöhen die Frachtkosten. Diese Kosten beunruhigen die politischen Entscheidungsträger, da sie tendenziell hartnäckig sind. Gebühren wie „Treibstoffzuschläge“ bei Flugpreisen oder Warenlieferungen bleiben auch nach dem Abklingen anfänglicher Energieschocks bestehen und halten die Kerninflation höher.
US-Haushalte treten bei den Gehältern auf der Stelle
Im Moment konzentriert sich unsere Sorge jedoch darauf, wie sich die Energiepreise auf die Gesamtwirtschaft auswirken, und es gibt hier genügend Hinweise, um besorgt zu sein.
Unser bevorzugter Indikator für die finanzielle Gesundheit der Verbraucher ist das Haushaltseinkommen. Nehmen Sie die Anzahl der Erwerbstätigen, multiplizieren Sie diese mit den durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden und dann mit dem durchschnittlichen Stundenlohn. Im vergangenen Jahr ist diese Kennzahl um 3,8 % gestiegen – genau so stark wie die Inflation. Mit anderen Worten: Inflationsbereinigt ist das Einkommen der US-Haushalte seit 12 Monaten nicht gestiegen (Abbildung). Im Großen und Ganzen treten die Haushalte auf der Stelle.